Deutsche Spuren in Georgien: Schwabendörfer, Neu-Tiflis und Goethe-Institut

- Ab 1817 wanderten Schwaben aus Württemberg in den Kaukasus aus und gründeten in Georgien eigene Dörfer.
- Die bekanntesten: Katharinenfeld (heute Bolnissi) und Elisabethtal (heute Asureti) – beide gut als Tagesausflug ab Tiflis.
- In Tiflis lag die deutsche Siedlung Neu-Tiflis am linken Ufer, rund um die heutige Agmaschenebeli-Allee.
- 1941 wurden die Kaukasusdeutschen unter Stalin deportiert – Häuser, Weinkeller und Kirchen erzählen bis heute davon.
- Deutsche Kultur heute: Goethe-Institut Georgien in Tiflis und die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche.
Wusstest du, dass es in Georgien schwäbische Dörfer gab? Vor gut 200 Jahren zogen Familien aus Württemberg bis in den Kaukasus – und bauten hier Häuser, Weinkeller und Kirchen, die du heute noch besuchen kannst. Für deutsche Urlauber ist das eine ganz besondere Entdeckung.
Deutsche in Georgien auf einen Blick
| Ankunft | ab 1817, vor allem Schwaben aus Württemberg |
| Bekannte Dörfer | Katharinenfeld (Bolnissi), Elisabethtal (Asureti), Marienfeld (Sartitschala) |
| In Tiflis | Neu-Tiflis am linken Ufer, rund um die Agmaschenebeli-Allee |
| Einschnitt | 1941 Deportation unter Stalin |
| Heute | Goethe-Institut, Versöhnungskirche, restaurierte Häuser |
Die Geschichte in Kürze
Ab 1817 machten sich schwäbische Familien auf den weiten Weg in den Kaukasus, viele aus religiösen Gründen. Ab 1818 entstanden die ersten Kolonien. Die Siedler brachten Weinbau, Handwerk und ihre Häuserform mit. Über 120 Jahre lebten sie in Georgien – bis sie 1941 auf Befehl Stalins deportiert wurden. Die Dörfer bekamen georgische Namen, viele Gebäude blieben stehen.
Diese Orte kannst du besuchen
Bolnissi (Katharinenfeld) – das bekannteste der Schwabendörfer, benannt nach Königin Katharina von Württemberg. Im alten deutschen Viertel siehst du Häuser mit Holzbalkonen und die frühere lutherische Kirche.
Asureti (Elisabethtal) – kleiner und näher an Tiflis. Die Hauptstraße mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert wirkt fast wie ein Dorf in Süddeutschland.
Neu-Tiflis – die deutsche Siedlung in der Hauptstadt lag am linken Ufer des Flusses, rund um die heutige Agmaschenebeli-Allee. Ein Spaziergang dort lohnt sich ohnehin: schöne Fassaden, Cafés und Restaurants.
Versöhnungskirche – die evangelisch-lutherische Kirche in Tiflis wurde 1995–1997 neu gebaut, auf dem Gelände eines früheren deutschen Friedhofs.
Unser Tipp: Tagesausflug ab Tiflis
- Vormittag: Fahrt nach Asureti, Spaziergang über die alte Dorfstraße.
- Mittag: weiter nach Bolnissi, deutsches Viertel und alte Kirche.
- Nachmittag: zurück nach Tiflis, Abendessen an der Agmaschenebeli-Allee im früheren Neu-Tiflis.
Deutsche Kultur heute: das Goethe-Institut
Das Goethe-Institut Georgien in Tiflis bietet Deutschkurse, Prüfungen, Lesungen und Konzerte an. Viele Georgier lernen Deutsch – du triffst in Tiflis öfter jemanden, der dich auf Deutsch anspricht. Infos und Termine: goethe.de/georgien.
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Häufige Fragen
Wo sieht man in Georgien deutsche Häuser?
Am meisten in Bolnissi (früher Katharinenfeld) und Asureti (früher Elisabethtal) südwestlich von Tiflis: Fachwerk- und Steinhäuser mit Holzbalkonen, breite Dorfstraßen, alte Kirchen. In Tiflis selbst rund um die Agmaschenebeli-Allee, das frühere Neu-Tiflis.
Wie komme ich von Tiflis nach Bolnissi und Asureti?
Am einfachsten mit Mietwagen oder Fahrer – beide Orte lassen sich an einem Tag verbinden. Asureti liegt näher an Tiflis, Bolnissi weiter südlich. Marschrutkas fahren ab Tiflis, Abfahrtsorte und Zeiten bitte vor Ort prüfen.
Was passierte mit den Deutschen in Georgien?
1941 wurden die Kaukasusdeutschen auf Befehl Stalins nach Kasachstan und Sibirien deportiert. Nur wenige kehrten zurück. Ihre Dörfer bekamen georgische Namen; viele Gebäude stehen aber noch.
Wo finde ich das Goethe-Institut in Tiflis?
Das Goethe-Institut Georgien sitzt laut Quellen in der Sandukeli-Straße 16 in Tiflis. Es bietet Deutschkurse, Prüfungen und Kulturveranstaltungen an. Aktuelle Infos auf goethe.de/georgien.
Quellen: Wikipedia: Caucasus Germans · Georgia Travel (offizielle Tourismusseite): German District in Bolnisi · Georgia Travel: Agmashenebeli Avenue – Neu-Tiflis · Ilia State University: Projekt zu den deutschen Kolonisten · Goethe-Institut Georgien. Alle Angaben ohne Gewähr; Regeln können sich kurzfristig ändern.